What happens after ... the 3rd Date?!

Sonntag, November 13, 2016

An dem letzten Sommertag in diesem Jahres war unser erstes Treffen.
Als ich Ihn zum ersten Mal sah, waren da die tiefblauen Augen, sein Lächeln, seine Größe und sein Erscheinungsbild. Es war kein klassischen "Bäm" aber genau jetzt hat er meine Aufmerksamkeit zu 100% erreicht. Wir schlenderten durch die Stadt, aßen Pizza, haben uns gut unterhalten, viel gelacht, geneckt und den letzten Sommerabend genossen. Es war ein ziemlich gutes Date, eines so unbeschwert und ohne Zwänge. Der Abend endete mit mehreren Umarmungen und Gelächter  - ein Date welches allein wegen der passenden Wellenlänge eine Fortsetzung erforderte.
Die Tage darauf wurden mit vielen Whatsapps gefüllt, die mich teilweise stündlich von meiner eigentlichen Arbeit abgehalten haben gespickt mit vielen Lachern bis kurz vor dem ins Bett gehen. Viele "Guten Nacht" und "guten Morgen" Nachrichten haben den Tag immer schön begrüßt oder beendet.

Wie schnell diese Liaison jedoch enden würde bevor diese ernst geworden wäre hätte ich mir eigentlich nicht sagen lassen.
Viele Vertröstungen seinerseits hätten mir schon zu Beginn den Hinweis geben sollen, dass das wohl nicht die, sagen wir mal Ernsthaftigkeit bei ihm und auch bei mir vorhanden ist.
Es war schade, man kam nie dazu sich zu vermissen, dich dringend wieder zusehen, sich zu hören oder auch einmal zu berühren. Es war dafür viel zu rational, zu vernünftig und vielleicht zu zu erwachsen.

Die weiteren Treffen die wir hatten waren schön jedoch verloren Sie immer mehr Dynamik und Gefühl wie bei einem aufgeblasenen Luftballon.
Die Luft war einfach irgendwann raus. Das bemerkte ich bei Ihm, das bemerkte ich bei mir.
Ihr wisst wie das läuft, das schreiben nimmt ab, man reagiert mehr zeitverzögert, Fragen werden kaum mehr gestellt, es wird langsam uninteressant.

Ich selbst wollte das so nicht vergehen lassen. Natürlich ist mir klar, dass man etwas nicht verzwingen sollte aber dennoch hatte ich das Bedürfnis, das Verlangen der Sache einfach mehr Zeit zu geben. Manchmal dauert es einfach länger. Man kennt das auch wenn man sich in einen guten Freund nach jahrelanger Freundschaft verliebt oder manchmal auch der 5 Blick erst den Schalter umlegt. Ich hatte das bereits bei anderen mitbekommen - ein paarmal.
Die Frage hierbei ist aber auch - wann kippt die Geduld in Verzweiflung um - das ist aber ein anderes Thema..

Dennoch hat mich seine kurzfristige Abfuhr doch im Stolz verletzt.

"Ich muss dir leider sagen, dass das aus uns nichts wird. Ich finde dich echt sympathisch und nett aber leider entwickeln sich bei mir keine Gefühle für dich. Ich möchte dich nicht verletzen, deshalb fällt mir das auch gerade so schwer. Aber ich glaube wir sollten uns einfach nicht mehr treffen. Sorry dass ich dich so lange im ungewissen gelassen habe - finde das selbst unfair dir gegenüber. Ich hoffe du verstehst das."


Ich war leicht perplex und wusste auch nicht wie damit jetzt umgehen.
Wir haben uns nie geküsst - nur umarmt. Einmal geschrieben man vermisst sich gegenseitig aber es war nichts wo man davon ausgehen muss, dass der andere nun am Boden zerstört ist - soweit kamen wir noch nicht.

Mit kurzen Sätzen war erklärte ich wie ich empfand und dem ganzen gerne mehr Zeit gegeben hätte.

Ich nehme an das 3te Date löst bei vielen die Erwartungshaltung aus, dass es jetzt und gleich funken muss, dass man sich um den Hals fallen muss, dass man von dem anderen die Finger nichtmehr lassen kann. Das genau war auch seine Aussage mit "wenn es jetzt nicht funkt, dann tut es das später auch nicht."
Es ist so eine Absolution die wir mit dem 3ten Date verbinden.
Spätestens jetzt muss ich wissen was ich will, jetzt muss es funken, jetzt muss ich die andere Person küssen wollen am Besten gleich zu Anfang, jetzt muss ich den Geruch vermissen, mein Herz Sprünge machen. Im Grunde hat es irgendwie mit dem Vermissen der Teenagerverliebtheit zu tun. Mit dem jetzt und sofort, wenig mit Liebe oder Gemeinsamkeiten sondern mit dem Drang nach Anerkennung, Begehrung des anderen und der impulsiven Verknalltheit.

Diese Einstellung empfand ich als lächerlich doch nachdem ich mit meinen Freundinnen gesprochen habe, bekam ich von allen Seiten genau diese Aussage "Nach dem 3ten Date ist man eigentlich schon etwas oder man bewegt sich auf etwas Festes zu. Jetzt kann oder sogar wird es ernst und nun ist die Frage, was will man eigentlich und was erwartet man". Ich schmunzle als genau das meine Freundin von sich lies. "Anfürsich hast du Recht aber benötigt es nicht jetzt in den Zeiten den Speed Dating via Tinder, Lovoo oder anderen DatingApps nicht noch mehr Zeit sich zu finden, kennenzulernen und zu verstehen? Besonders im Hinblick darauf, dass dazu neigst alles zu vertexten oder die ernsten Themen erst nach 1-2 Jahren Beziehung zu besprechen." "Meinst du nicht, dass du gerade übertreibst?" Ich muss gestehen, Recht hatte Sie, manchmal stelle ich Dinge ziemlich drastisch dar aber ist dem denn nicht so? Wir wischen Menschen hin und her, je nach Gusto, texten uns dann erstmal ins Unermessliche mit völlig Belanglosem und kommen erst nach zig Dates auf den Punkt - oder wird schlimmstenfalls "beghostet". Man will ja nicht "desperate" gelten oder als ob man "eine Liste abhaken will", darüber hat mir ein Mann sein Leid geklagt. Wie will man denn sonst den anderen Kennenlernen wenn man dem ganzen keine Zeit lässt. Vielleicht auch aus dem Gedanken heraus, etwas zu verpassen, dass man quasi den/die Richtige/r gerade vielleicht an einem vorbei zieht wenn man gerade wo anders wäre.
So á la "hätte hätte Fahrradkette". Genau so gehen wir vor in unserem Leben, leider nicht nur in der Liebe. BÄM muss es machen, sofort am besten gestern und nicht morgen.
Was ist denn mit der Geduld geworden, mit dem Investieren in eine (mögliche) Beziehung??

Man verliert einfach zu schnell die Puste. Durch die ganzen Medien wird uns dies auch immer vorgezeigt wie es sein soll. BÄM ist man verliebt - BÄM fahren wir mit einem Cabrio durch die Landschaft - BÄM hat man den besten Sex - aber doch nicht im Bett - BÄM BÄM BÄM.

Es ist schade, denn genau diese Momente entstehen eigentlich ganz unverhofft und oftmals mit Menschen die man bereits liebt. Wenn man in einer Beziehung zurück sieht sind besonders die Momente am schönsten, wo man bereits länger zusammen ist, sich eingegroovt und das wir gefunden hat.
Doch wie soll man das heute noch erleben wenn man bereits am Anfang die Puste verliert, bis zu den kommenden Kapiteln braucht man aber noch eine Menge an Luft.

Eigentlich schade, denn schlussendlich sehnen wir uns alle, nach jemandem der einen und den man selber liebt, begehrt und vermisst.

Nur - was macht man denn so ohne Luft? Ausatmen - einatmen und vielleicht einwenig mehr Geduld und Durchhaltevermögen. :)

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4 Kommentare

  1. Also irgendwie ist das ein Thema, dass ich noch nie so ganz verstanden habe. Also das mit dem dritten Date. Da haben die Leute wirklich Erwartungen davor? Oha... vielleicht ticke ich da einfach anders, aber so kenne ich das von mir und den Freunden mit denen man über so was redet, auch gar nicht. Ist ja erschreckend wie das offensichtlich einige andere sehen und dann entsprechend handeln...

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  2. ohhh ich kann deinen Artikel total gut nachvollziehen! aber ich bin mir ganz ganz sicher, dass es irgendwann klickt macht, und zwar so richtig! :)
    xx finja | www.effcaa.com

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  3. Sehr interessante Kollumne Liebes <3
    Du hast einen tollen Schreibstil :)

    Caro x
    http://nilooorac.com/

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